Endoskopische Wirbelsäulenchirurgie (Schlüssellochtechnik)

Die endoskopische Technik – auch als Schlüssellochchirurgie oder „Spiegelung“ bekannt – stellt die minimalinvasivste Form chirurgischer Eingriffe dar. In Bereichen wie der Bauchchirurgie oder bei Gelenkoperationen ist sie seit vielen Jahren etabliert. Inzwischen hat sie auch in der Wirbelsäulenchirurgie stark an Bedeutung gewonnen.

Heute wird diese Methode unter anderem zur Entfernung von Bandscheibenvorfällen (Sequesterektomie) der Hals- oder Lendenwirbelsäule, sowie zur Erweiterung eines eingeengten Spinalkanals (Dekompression) an der Lendenwirbelsäule eingesetzt.

Der Eingriff erfolgt über zwei sehr kleine Hautschnitte von wenigen Millimetern. Über diese Zugänge werden feine Arbeitskanäle zur betroffenen Stelle geschaffen. Einer dient der Einführung einer hochauflösenden Kamera (Endoskop), mit der die Wirbelsäule präzise dargestellt wird. Über den zweiten Kanal werden die Instrumente eingebracht.  Diese entsprechen weitgehend jenen der bewährten mikrochirurgischen Verfahren, sodass auf etablierte und sichere Techniken zurückgegriffen werden kann. Ergänzt wird das Verfahren durch die Radiofrequenzablation, mit der Gewebe gezielt und besonders schonend behandelt werden kann.

Durch den minimalen Zugang werden Muskeln, Sehnen und knöcherne Strukturen weitgehend geschont. Dies führt in der Regel zu weniger Schmerzen, geringerem Blutverlust und einer schnelleren Erholung nach der Operation. Zudem kann durch die kontinuierliche Spülung während des Eingriffs das Infektionsrisiko reduziert werden. Am Wirbelsäulenzentrum Ostschweiz wird die Endoskopie seit 2023 erfolgreich angeboten.